Helge und das
bedingungslose Grundeinkommen

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Helge macht sich schon seit langem Gedanken zum bedingungslosen Grundeinkommen. Hier lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

Nach der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens würde jeder Bürger, unabhängig von seinem Vermögen, seinem weiteren Verdienst und seiner Arbeit eine regelmäßige Aufzahlung erhalten,wenn sie unter der BGE Grenze liegt. Die Höhe wäre so bemessen, dass sie über der Armutsgrenze läge. Wo diese Grenze liegt, muss durch demokratische Verfahren bestimmt werden.

Einwände, die man oft hört, sind: Kostet das nicht alle Steuerzahler ein Heidengeld? Verführt das nicht zur Faulheit? Wer macht dann noch die Dreckarbeiten?



Ich bin jedoch überzeugt, das ein bedingungsloses Grundeinkommen nötig ist, und dass diese Einwände widerlegt werden können! Warum? Lassen Sie mich das erklären:

Es zeigt sich, dass in Deutschland der Wohlstand wächst, dass aber die Schere zwischen arm und reich immer stärker auseinandergeht. Es gibt viele Leute, die mit gering qualifizierte Arbeiten beschäftigt sind und die so schlecht bezahlt werden, dass das Geld trotzdem nicht zum Leben reicht. Sie sind auf weitere Zuschüsse vom Amt angewiesen. Infolge vieler neuer Technologien fallen immer mehr Jobs weg. Es entstehen zwar auch andere Jobs, aber dafür braucht man andere Qualifikationen. Das hat es zwar seit Beginn der Industrialisierung immer schon gegeben, aber es ist abzusehen, dass die gleiche Wertschöpfung mit immer weniger Arbeit erwirtschaftet werden kann. Der Wohlstand steigt, aber nicht für alle. Qualifikationen, die heute gefragt sind, sind andere als früher. Viele können da nicht mehr mithalten. Wenn man das alles so laufen lassen würde, würde es immer mehr Leute ohne Arbeit geben, die auf Finanzierung durch die Sozialkassen angewiesen sind. Diese sind oft mit erniedrigenden Verfahren, Restriktionen und viel Bürokratie verbunden. Das wird massive Probleme mit sich bringen:

  • Erstens, weil die Bürokratie, die überprüft, wer für wie viel Hilfe berechtigt ist, immer aufwendiger, aufgeblähter und teurer wird.

  • Zweitens, weil sich diese Leute als Verlierer wahrnehmen werden und die Politikverdrossenheit steigen wird.

  • Drittens, weil es ungerecht ist, dass manche Qualifikationen im Markt gefragt und gut bezahlt sind, während andere überflüssig geworden sind. Diese Ungerechtigkeit erzeugt Zorn und ebenfalls Politikverdrossenheit.

  • Viertens, weil es nicht mehr genug Jobs für alle geben wird. Und es ist zutiefst ungerecht, dass die einen einen Job haben und die anderen nicht.

  • Und fünftens, weil es gegen die Menschenwürde verstößt, wenn jemand nur noch als Bittsteller überleben kann, oder indem er zu schlecht bezahlte Jobs annehmen muss.

Aus diesen Gründen würde der soziale Frieden in unserem Land gefährdet, wenn man nichts unternimmt.

Mit einem BGE würden nicht mehr Kosten für den Steuerzahler anfallen, denn Sozialleistungen werden ja auch schon heute bezahlt, nur kommen heute immense Verwaltungskosten hinzu.

Natürlich gibt es faule Leute, die vermutlich arbeiten könnten, dies aber nicht tun, und mit einem BGE erst recht nicht. Das ist aber schon jetzt so, und das kann man nicht ändern, außer vielleicht mit starker Repression und Schnüffelei. Aber solche Leute, die wirklich nur faul sein wollen, sind nicht viele. Die Solidargemeinschaft trägt ja auch Alte und Kranke, da ändern ein paar Faule nicht viel. Man müsste sich nicht mehr abmühen, herauszufinden, ob die wirklich bedürftig sind oder nicht. Denn das ist nicht nur aufwendig für die Entscheider, sondern auch sehr erniedrigend für die, die das Geld brauchen.

Es gibt auch Leute, die lieber etwas anderes arbeiten würden, z.B. Künstler, Musiker, Erfinder und Tüftler und andere Kreative. Bisher zahlt denen kaum jemand etwas, wenn sie nicht zufällig schon berühmt sind. Die hätten eine Chance, ihre Kreativität auszutoben, und ich bin überzeugt, dass das der Gesellschaft nützen würde. Auch das Erziehen von Kindern und Pflegen alter Angehörigen nützt der Gesellschaft. Alleinerziehende Mütter und Pflegende gehören heutzutage vor allem zu den Verlierern.

Es gibt vor allem Leute, die doch lieber noch mehr Geld hätten als nur das BGE, die würden sich einen Job suchen und mehr Geld verdienen.

Aber wer wird denn nun die bisher so schlecht bezahlte Arbeit machen, für die es heutzutage gerade mal den Mindestlohn gibt? Das werden auch Leute machen, die sich nicht nur zu Hause langweilen wollen und die gern etwas hinzuverdienen wollen. Aber sie werden es nicht aus Not machen, weil sie sonst nicht überleben können, nach dem Motto „entweder Du begnügst Dich mit diesem geringen Verdienst oder Du bekommst gar nichts!“, was ja eigentlich eine Erpressung ist. Sie werden es aus freiwilligen Stücken machen. Sie hätten auch die Option, ein Jobangebot abzulehnen. Der Lohn für ihre Arbeit wird sich nach Angebot und Nachfrage ergeben. Ab einem bestimmten Lohn werden sich immer Leute finden, die eine Arbeit machen. Die Höhe des Lohns ist dann nicht mehr das Ergebnis einer Erpressung sondern eines fairen Handels. Das Konzept des Mindestlohns ist damit obsolet. Das ist gut für die Wertschätzung dieser Arbeit und für die Menschenwürde.